Warnstreiks in Nürnberg und Schwerin am 12. April 2018 mit dem VAB

Der VAB zeigt auch in der Hauptstadt Flagge
Fotos: Friedhelm Windmüller / Jürgen Brandt
Drei Tage vor dem dritten, entscheidenden Zusammentreffen von Gewerkschaften und Arbeitgebern haben am 12. April 2018 in Nürnberg und Schwerin 2.000 Beschäftigte lautstark dafür demonstriert, dass in die bislang ergebnislose Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen endlich Bewegung kommt.

Nürnberg

„Seit der zweiten Verhandlungsrunde haben wir die Schrauben fester und fester gezogen. Ich will nicht ausschließen, dass es noch Chancen gibt, bei der dritten Verhandlungsrunde am Wochenende in Potsdam einen guten Kompromiss zu erzielen. Sich allein aufs Hoffen und Wünschen zu verlassen, reicht aber nicht aus. Deshalb ist es gut, dass ihr heute aus ganz Bayern so zahlreich nach Nürnberg gekommen seid“, sagte dbb Fachvorstand Tarifpolitik Volker Geyer auf der Kundgebung vor der Lorenzkirche. „Wir wollen hier und heute nochmal richtig Druck machen! Niemand will eine vierte Verhandlungsrunde und weitere Streiks. Aber die Arbeitgeber müssen wissen, dass wir dem Konflikt nicht aus dem Weg gehen.“

„Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes haben schon sehr viel Vertrauen in die Politik verloren“, machte der bayerische Vorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Straßen-und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.), Klaus Eckl, deutlich. Als Gründe nannte er geringe Wertschätzung, Personalabbau einhergehend mit Aufgabenmehrung und Privatisierungen. „Dieser Vertrauensverlust gefährdet die Motivation der Beschäftigten und schadet dem öffentlichen Dienst, der mehr denn je gebraucht wird. Darum sind unsere Forderungen mehr als gerecht.“

Thomas Zeth, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbands der Arbeitnehmer der Bundeswehr (VAB), forderte die Arbeitgeber auf, endlich verhandlungstaugliche Inhalte zu präsentieren: „Mit der bisher gezeigten Verweigerungshaltung setzen sie die Zukunft des öffentlichen Dienstes aufs Spiel!“

„Damit der öffentliche Dienst nicht ausstirbt, brauchen wir junge motivierte Beschäftigte. Die bekommt man aber nicht mit leeren Versprechungen und immer mehr Befristungen“, brachte der stellvertretende Bundesvorsitzende der dbb jugend, Christoph Strehle, die Generalkritik der Gewerkschaftsjugend auf den Punkt.

Auch in Nürnberg waren unsere VABler in starker Zahl und wie gewohnt mit Engagement vertreten. Nur die auch von den VAB Mitgliedern immer wieder „auf die Straße“ getragene Stärke der Arbeitnehmerschaft, vermag die Verhandlungsposition der Beschäftigten gegenüber einem in den bisherigen Verhandlungen abweisend bis ignorant auftretenden Arbeitgeber, zu untermauern. Danke an unsere Mitglieder.

Schwerin

Bei der zentralen Demonstration mit 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Schwerin ging die Vorsitzende der dbb jugend, Karoline Herrmann, hart mit den Arbeitgebern ins Gericht: „Es ist einfach erbärmlich, wie der öffentliche Dienst sehenden Auges vor die Wand gefahren wird. Über 1,2 Millionen Beschäftigte gehen in den nächsten zehn Jahren in Ruhestand. Dabei fehlen schon heute 200.000 Stellen oder sind nicht besetzt. Unternehmen der Privatwirtschaft ziehen alle Register, um Nachwuchs- und Fachkräfte für sich zu begeistern. Und was machen Bund, Länder und Kommunen? Die müssen wir zum Jagen tragen, weil sie die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt haben.“

Auch in Schwerin waren unsere VAB-Mitglieder präsent und zeigten, dass die Tarifforderungen ernst gemeint sind. Möge die Arbeitgeberseite endlich zeigen, dass sie das von der Politik vorgegebene Ziel des gesellschaftlichen Zusammenhaltes endlich ernst nimmt. Dazu gehört es vor allem auch den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, insbesondere auch in den unteren Entgeltgruppen durch einen Mindestbetrag, die verdiente Teilhabe zu gewähren.

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